"Wir haben uns heute versammelt, um gemeinsam für die Emanzipation der Frau…

"Wir haben uns heute versammelt, um gemeinsam für die Emanzipation der Frau zu kämpfen. Denn die tatsächliche Lage der Frau könnte von dem, was die Regierung uns einreden will, nicht weiter entfernt liegen: Frauen in Deutschland und auf der ganzen Welt werden tagtäglich mit Diskriminierung, Gewalt und Ungerechtigkeit konfrontiert.

Wegen unzähligen Benachteiligungen machen alleinerziehende Mütter beispielsweise die Hälfte der auf Hartz IV Angewiesenen aus, womit sie nicht nur dem Kapital, sondern auch noch den Drangsalierungsanktionen und der Willkür der kommunalen Ämter unterworfen sind. Doch diese Ungerechtigkeit hat ihren Ursprung nicht in irgendeiner angeblich unterdrückerischen Natur des Mannes, wie es einem der bürgerliche Feminismus weismachen will, sondern resultiert aus der Natur des Kapitalismus, in dem den Unternehmen, um ihren Gewinn zu maximieren, jedes Mittel recht ist.

Denn durch die niedrige Entlohnung der Arbeit der Frau können Großkonzerne riesige Einsparungen der Lohnkosten vornehmen. Und diese Einsparungen drücken wieder die Löhne ihrer männlichen Kollegen, weil diese nun mit billigeren Arbeitskräften konkurrieren müssen. Aber dass diese unmenschlichen Zustände nicht sein müssen, haben uns schon Kuba und die DDR gezeigt, welche beide eine ambitionierte und erfolgreiche Agenda zur Emanzipation der Frau gezeigt haben – Was sich in weit mehr als nur einer gleichen Bezahlung ausdrückt.

Aber das deutsche Kapital lässt diese beneidenswerten Zustände hier nicht zu, deshalb müssen hier reale Kämpfe stattfinden Und der Warnstreik der Gebäudereiniger im Oktober 2019 und die anschließende Tarifeinigung haben gezeigt, dass – wenn sich die ausgebeuteten Frauen zusammenschließen, um zu streiken und sich gegen die Ausbeutung aufzulehnen – sie auch gewinnen können.

Unsere Solidarität ist vor allem da gefragt, wo bereits gekämpft wird: In der Gebäudereinigung, der Pflege und im Sozial- und Erziehungsdienst! Daher rufen wir zu Solidarität mit den ausgebeuteten Frauen dieser Welt auf und zu Widerstand und Streik als Antwort auf strukturellen Sexismus, Sozialabbau und Lohnkürzungen!

Und dieser Kampf darf nicht nur am 8. März stattfinden: Frauenkampf ist Klassenkampf und Klassenkampf ist jeden Tag!"

Redebeitrag der SDAJ München beim Internationaler Frauen*kampftag 2020 gestern in München