SDAJ Augsburg

Ähnliche Erfahrungen haben auch wir gemacht.

SDAJ Augsburg

Heute mal ein längerer Text von einer Schülerin aus Schwaben und ihren Erfahrungen an der FOS:

Den Lauf nimmt diese Geschichte am Anfang des letzten Schuljahres. Ich besuchte eine FOS in Bayern. An einem Tag als ich mit Freunden die auf die angrenzende Berufsschule gingen, auf dem Pausenhof eine geraucht habe, kam das Thema Gewerkschaften auf. Meine Freunde erzählten mir, dass zwar einmal im Unterricht über Gewerkschaften gesprochen wurde, sie aber jetzt eigentlich gar keine Ahnung mehr haben um was es dabei jetzt so genau ging.
Nachdem wir das Gespräch noch ein bisschen weiter geführt hatten war uns klar, dass wir versuchen wollten Gewerkschaften an die Schule zu holen, um den SchülerInnen wichtige Informationen zu ihren Arbeitnehmerrechten und Gewerkschaften im Allgemeinen zu vermitteln. Schließlich würden die meisten von uns nach der FOS ins Arbeitsleben starten!

Zuerst haben wir uns an einer Schulforumssitzung beteiligt um mit Elternbeirat, SMV und Schulleitung darüber zu sprechen. Das lief auch erstmal ganz gut und uns wurde gesagt wir sollen Umfragen durchführen um herauszufinden ob die SchülerInnen Interesse haben. Also gut dachten wir uns und begannen in der nächsten Woche mit den Umfragen. Nachdem wir über 800 SchülerInnen befragt hatten und das Interesse bei über 80% lag, wurde ich zu einem „Vier Augen Gespräch“ mit dem Schulleiter geladen. Dieser erzählte mir dort, dass die Umfragen ungültig seien und das diese nur durch LehrerInnen durchgeführt werden können. Wir sollten uns jetzt zurückhalten, da sonst die Schule nicht mehr Neutral gegenüber Gewerkschaft und Arbeitgebern auftreten könne. Zu guter Letzt wurde mir noch ein Lehrer als Ansprechpartner für die Umfragen genannt.

Also am nächsten Tag in die Schule, vorbei an einem Deutsche Bank Plakat (so viel zur Neutralität) und auf ins Lehrerzimmer. Leider war der Lehrer, den ich ansprechen sollte nicht zugegen (wie auch das restliche Schuljahr) und ich schrieb eine Email. Dieser antwortete Er einige Tage später und sagte er würde alle Lehrer in Kenntnis setzten, damit diese die Umfragen durchführen. Und dann passierte lange nichts. Nach mehrfachem Nachhaken bei besagtem Lehrer und Schulleitung ging 4 Monate später (!) tatsächlich die Mail rum. Allerdings passierte dann wieder nichts. KeinE LehrerIn meldete sich.
Durch Zufall bin ich dann einem ehemaligem Betriebsrat der nun als Lehrer tätig war begegnet. Dieser sagte mir, dass die Mail zwar verschickt wurde, es allerdings die Anweisung der Schulleitung gab keine Umfrage durchzuführen und nicht mit mir zu reden. Aufgrund meines Abiturs ein Monat später und dem Hausverbot, dass ich zu dieser Zeit an der Berufschule hatte konnte ich nicht weiter tätig werden.

Diese Erlebnisse zeigen nur zu gut was unter Neutralität an Schulen verstanden wird. Werbung für Banken und Schweigen für Gewerkschaften!