Teil 04:
Montag, 24. August 1992
Man berichtet von einer „Volksfeststimmung“ vor...

Teil 04: Montag, 24. August 1992 Man berichtet von einer „Volksfeststimmung“ vor…

Teil 04:
Montag, 24. August 1992
Man berichtet von einer „Volksfeststimmung“ vor dem ZAst. Während der inzwischen anwesende Rostocker Polizeidirektor Siegfried Kurdus die Lage als „ruhig“ beschreibt, stellten die Einsatzführer der Hamburger Polizei eine zunehmende Gewaltbereitschaft fest. So erfuhren sie auch, dass die Ausschreitungen in den Abendstunden weiter gehen sollten.
Gegen 15 Uhr wurde die ZAst dann geräumt. Nun wurde auf verschieden Pressekonferenzen davon ausgegangen, dass weitere Unruhen nicht zu erwarten seien. Das Wohnhaus allerdings wurde nicht geräumt, in ihm befanden sich noch über 100 Vietnamesen, darunter Kinder, Babys, 2 hochschwangere Frauen und ein Fernsehteam des ZDF, der Rostocker Ausländerbeauftragte Wolfgang Richter plus Mitarbeiter und einige Wachleute.  24. August 1992, 17:30 Uhr
Klaus Springborn, einer der Hundertschaftsführer, teilt Jürgen Deckert nach eigener Aussage mit, dass seine Kräfte mit der Lage überfordert sind und er sich zurückziehen wollte. Eine Anordnung Deckerts für 2 weitere Hundertschaften wird von Siegfried Kordus abgelehnt. Er teilt ihm nichts über eine Anfrage der Hamburger Polizei mit, die er gegen 14:30 Uhr erhalten hat. Landespolizeidirektor Heinsen reagiert auf den hohen Druck und weist Deckert das Herauslösen der beiden Hundertschaften an. Vorher war in Schwerin ein Angebot des Bundesinnenministeriums abgelehnt worden, weitere Einheiten des Bundesgrenzschutz (BGS) einzusetzen.  24. August 1992, 20:00 Uhr
Nun gibt es die Anweisung, dass alle Maßnahmen an der Zentralen Aufnahmestelle einzustellen sind. Beim Verlassen wird die Polizei angegriffen, daraufhin wird versucht, sich den Weg freizukämpfen. Molotowcocktails, Steinwürfe und viel mehr versuchen die rechten Randalierer auf die Polizei, sogar ein Angriff mit einer Waffe wird gemeldet, insgesamt werden 34 Beamte verletzt.  24. August, 20:30 Uhr
Immer wieder ertönen Rufe wie „Deutschland den Deutschen, Ausländer Raus!“ Die Polizei treibt die Jugendlichen statt vom Sonnenblumenhaus weg, direkt darauf zu.