Teil 02:  Rund 6 Monate vor den Ausschreitungen häuften sich Beschwerden der Anw...

Teil 02:  Rund 6 Monate vor den Ausschreitungen häuften sich Beschwerden der Anw…

Teil 02:  Rund 6 Monate vor den Ausschreitungen häuften sich Beschwerden der Anwohner über die Zustände des ZAst beim Rostocker Senat, welche allesamt von den Behörden ignoriert wurden. Bereits im Juli 1991, über ein Jahr vor den Ausschreitungen, warnte der Rostocker OB Kilimann per Schreiben den Innenminister Georg Dietrich vor dem Pulverfass, dass sich in R.L. langsam ansammelte. Zitat: „Schwerste Übergriffe bis hin zu Tötungen sind nicht mehr auszuschließen“. Auch im Juli 1992, einen Monat vor den Übergriffen, warnte Peter Magdanz von der SPD nochmal davor „dass es krachen könnte“. Der NPD- Landtagsabgeordnete Michael Andrejewski verfasste zusammen mit der „Initiative Rostock bleibt deutsch (auch Mecklenburg-Vorpommern bleibt unser) ein Flugblatt, welches in Rostock Lichtenhagen verteilt wurde. Auch die DVU rief zu einer Kundgebung auf und forderte, „das Asylantenproblem selbst in die Hand zu nehmen.

Die NNN zitierte außerdem einen anonymen Anrufer: „In der Nacht vom Samstag zum Sonntag räumen wir in Lichtenhagen auf. Das wird eine heiße Nacht“. Trotz aller Frühwarnzeichen, Drohungen und Meldungen wurde sich nach einer Besprechung zwischen dem Einsatzleiter der Polizei, Jürgen Deckert, Innensenator Peter Magdanz und dem zuständigen Abteilungsleiter für Ausländerfragen im Innenministerium, Winfried Rusch, entschieden, dass ZAst nicht zu räumen.
Auch die Polizei, welche nach der Wende zum Großteil aus externen Einheiten aus Hamburg, Bremen oder Schleswig-Holstein bestand, fuhr am Wochenende trotz aller blinkenden Signale zu ihren Familien nach Hause. Auch sämtliche Führungsleiter wie die oben beschriebenen oder Leiter des Landespolizeiamtes Hans-Heinrich Heinsen oder der Abteilungsleiter für öffentliche Sicherheit, Olaf von Brevern, nicht in Rostock oder Umgebung. Deckert, hatte die Leitung des Einsatzes an den NOCH IN DER AUSBILDUNG BEFINDENDEN Sigfried Trottnow übergeben, ein angesichts der momentanen Lage sehr fragwürdiger, wenn nicht sogar befremdlicher Vorgang.
All dies war dann der perfekte Nährboden für jene Ausschreitungen, welche dann am 24.08.1992, heute vor exakt 27 Jahren, ihrem Höhepunkt finden sollten…