Kommen wir heute zum 1. Teil unserer Erzählung, in diesem Falle zur Vorgeschicht...

Kommen wir heute zum 1. Teil unserer Erzählung, in diesem Falle zur Vorgeschicht…

Kommen wir heute zum 1. Teil unserer Erzählung, in diesem Falle zur Vorgeschichte im Jahre 1992:

1992 hatte die damalige Flüchtlingswelle ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Über 440.000 Asylgesuche wurden gemeldet, gleichzeitig lag die Anerkennungsquote nur noch bei 4,3%.

Generell war das Thema Asyl zu dieser Zeit in der politischen Debatte fast durchgehend negativ besetzt. Die CDU und CSU griffen dieses emotionsgeladene Thema auf und kreierten ab 1986 eine Kampagne gegen den „Asylbetrug der Wirtschaftsflüchtlinge“. Rechtslastige Parteien wie die Republikaner oder die DVU nutzten dieses Thema, nachdem es ab 1986 verstärkt zu Überfällen von Neo-Nazis auf Ausländer gekommen war, und zogen so in mehrere Landesparlamente ein. Während SPD, FDP und die Grünen gegen eine Verschärfung des Asylrechts waren, drohte der bayerische Innenminister Edmund Stoiber gar, das Bündnis CDU/CSU platzen zu lassen, sollte die CDU sich auf den Kurs der SPD, Grüne und FDP einschwenken. Auch dank der Bildzeitung konnte eine panikartige Stimmung entstehen, welche dazu führte, dass zwischen Juni 1991 und 1993 die Asylfrage als das dringendsten deutsche Problem angegeben wurde.

(Na, wem fällt etwas an der Sache auf? Danke CDU, Servus CSU, Aloha Springer-Verlag, Geschichte wiederholt sich scheinbar doch!)

Messbaren Erfolg hatten dabei vor allem die Republikaner. Bei der Europawahl sowie der Berlinwahl holten sie über 7 % in Baden-Württemberg im April 1992 gar 10,9 %. Auch durch Ausschreitungen wurde das vergiftete politische Klima deutlich. Bekannt hierbei sind vor allem Hoyerswerda, bei dem über mehrere Tage ein Asylbewohnerheim angegriffen wurde. Die Polizei kapitulierte vor den Gewalttätern und führte an die 300 Vertragsarbeiter ab, der Großteil wurde direkt im Anschluss abgeschoben. Hoyerswerda markierte jedoch nur den Anfang einer Serie, in der immer wieder vor allem in Ostdeutschland Asylbewohnerheime angegriffen wurden. Aber auch in Westdeutschland wie zum Beispiel Mannheim-Schönau kam es zu Aufeinandertreffen. Im Verlauf des Jahres 1992 kam es dabei zu insgesamt 207 rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten. Eine davon auch Rostock-Lichtenhagen. Über diese und besonders den 14.08.1992 wollen wir euch morgen genauer informieren.

Unverziehen-Unvergessen!