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17. UZ-Pressefest - Volksfest der DKP
 
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Die SDAJ Bayern distanziert sich hiermit vom bayernweiten Antifajugendcamp 2009, aufgrund der vom Bündnis eingeladenen Referenten der Antifa F, Phase 2 und TOP Berlin.

Nach eingehender Beschäftigung unsererseits mit den eingeladen Referenten, waren wir zutiefst schockiert über die von ihnen vertreten Ansichten:

Antifa F
So bezeichnet die Gruppe Antifa F die SDAJ Frankfurt als antisemitisch.
Es wird ihrerseits nicht nur die Zusammenarbeit mit der dortigen SDAJ verweigert, sondern sie forderte z.B SchülerInnen explizit auf sich nicht am Frankfurter Schulstreik zu beteiligen, da dieser unter anderem von der SDAJ mitorganisiert wurde. Die Antifa F tritt innerhalb der Frankfurter Antifa-Szene spalterisch auf und handelt damit entgegen den ursprünglichen Zielen des Antifa Jugendcamps.

Phase2
Phase2 betreibt eine Homepage, die voll ist von unkommentiert bis wohlwollend-kritisch behandelten antideutschen Kommentaren, Phrasen und Pamphleten.
Das „eindruckvollste“ Beispiel: ein völlig unkommentierter Artikel der INITIATIVE SOZIALISTISCHES FORUM (ISF) mit unter anderem folgenden Stellen:

 -„ Nichts anderes ist der Zionismus als die letzte bürgerliche Revolution, die der Gegenwart.“

 -„Wenn allerdings diese Trachtengruppe (KPD/ML), die Israel als »Brückenkopf des
  Imperialismus« verteufelt, mit Linksparteilern wie Norman Paech sich verbündet, die für das
  »Völkerrecht« kämpfen, wird es ein bisschen unheimlich. Wenn dann die Claque der
  AntiAntideutschen, darunter »ein Freiburger Soziologe« und Wildcat-Autor, der für das
  linksvölkische Blatt Junge Welt schreibt, einen »emanzipatorischen Antizionismus« vertritt
  und für die »wichtige und umkämpfte Unterscheidung zwischen Antisemitismus und
  legitimer Israel-Kritik« eintritt, wird es gruselig“

http://phase2.nadir.org/


 TOP Berlin
Auch die Organisation TOP Berlin handelt mit spalterischen Aktionen, wie etwa Gegenveranstaltungen zum revolutionären 1.Mai in Berlin, entgegen den Zielvorstellungen und dem Konsens des AJC. Die Organisation hat eindeutig antideutsche Artikel verfasst, in denen Bezug auf unsere Kapitalismuskritik genommen wird:

- „...Anstatt anzuerkennen, dass Antisemitismus wie andere Formen der Unterdrückung, (...),
  bekämpft werden muss, nehmen einige Mitglieder (der Aktivistenszene) aktiv daran teil,
  antisemitischen Vorstellungen Vorschub zu leisten.“

- „...Kapitalismus in der antisemitischen Weltsicht wird nicht als ein Prozess gesehen, der sich
  aus eigenem Antrieb und ohne spezielles Subjekt auseinander entwickelt, sondern als ein
  ausbeuterisches Projekt, dass bewusst von bösen Menschen, wie etwa der „Herrschenden
  Klasse“ betrieben wird.(...)Diese antisemitische Weltsicht kann zur Entfaltung kommen bei
  dem Gerede über „die Herrschenden“, „die Kapitalisten, die die Fäden ziehen, die Welt
  dominieren und in ihrer Gier einfach nicht genug kriegen[...]
  Konsequenter Antikapitalismus sollte also solchen antisemitischen Resentements vorbeugen:
  Kapitalismus ist keine Verschwörung einzelner, weder der Juden, noch der G8  oder anderer
  Führer. Er ist nicht wegen dem vorsätzlichen Plan von ein paar Kapitalisten so schrecklich
  geworden...“

„..Die Aktivistenszene beginnt, die schwarz und weiß Weltsicht in Frage zu stellen, die gute Menschen und das Finanzkapital gegenüberstellt.
Es mag realisiert werden, wie das  beim Nahostkonflikt bereits der Fall ist, dass es im Kampf für Freiheit und Emanzipation keine einfache Teilung in Unterdrücker und Unterdrückte gibt.“

Zitate aus einem auf Englisch verfassten Artikel zu den Anti-G8-Protesten
http://umsganze.de/index.php/component/content/article/38-beitraege/61-capitalism-is-no-conspiracy-and-the-hamas-is-not-the-rebel-alliance

Die SDAJ ist eine Organisation, die klar sagt, dass es eine herrschende Klasse in diesem Land gibt und dass unsere Interessen und die der herrschenden Klasse nicht identisch sind.
Des weiteren kritisieren wir die Politik eben dieser herrschenden Klasse in den USA und Israel und üben Solidarität mit dem palästinensischen Volk und der israelischen Friedensbewegung.

Wer uns deshalb mit dem Vorwurf des Antisemitismus konfrontiert, den wollen wir auf einem von uns mitorganisierten Camp nicht als Referenten haben!
Wer uns mit den Nazis auf eine Stufe stellt, bei dem hört unsere spektrenübergreifende Bündnisarbeit auf.
Für uns sind „die“ Antideutschen keine Bündnispartner, sondern vielfach nur Rassisten anderer Couleur.

Eben diese Position haben wir am Sonntag, den 9.8. in das Bündnis, welches das Camp vorbereitet, eingebracht. Die Reaktion einiger Bündnispartner war, uns auf die Kurzfristigkeit diese Einwandes hinzuweisen und herauszustellen, dass TOP Berlin „nicht verhandelbar“ist.
Wir jedoch sagen: selbst wenn erst 2 Tage vor dem Camp herausgekommen wäre, dass eingeladene Referenten aktiven Mitgliedern des Bündnisses Antisemitismus unterstellen, müsste das ausreichen, um sie auszuladen
Auch wenn es mit Sicherheit für alle Beteiligten einfacher gewesen wäre, diese inhaltliche Diskussion früher zu führen, steht für uns vor allem der Inhalt und nicht der Zeitpunkt der Kritik im Mittelpunkt.

Deshalb mussten wir als SDAJ die Frage, ob wir uns auf einem von uns mitorganisierten Camp den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen müssen ganz klar mit „Nein“ beantworten und haben deshalb unsere politische und organisatorische Unterstützung des Camps, an dem wir die letzten zwei Jahre gerne mitgewirkt haben, kurzfristig zurückziehen.


Erklärung des Landesvorstands vom 11.8.09

 

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